Umweltschule
Umweltschule 2010 - Lernen und Handeln für unsere Zukunft

Die Lahntalschule ist wieder "Umweltschule" geworden. Hier sieht man die Projektgruppe der LTS mit dem Umweltstaats- sekretär Herr Weinmeister und dem Kultusstaatssekretär Herr Brockmann bei der Zertifikat- übergabe.
Ulrich Steinbach
Lahnau, den 28.11.10
Bewerbung für das Zertifikat "Umweltschule 2010"
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Die Lahntalschule bewirbt sich mit zwei Hauptprojekten um den Titel einer "Umweltschule 2010".
Angesichts der gegenwärtigen Umbaumaßnahmen – die einsturzgefährdete alte Turnhalle musste abgerissen werden und wird an anderer Stelle auf dem Schulgelände neu aufgebaut – waren die Freilandbiologen der Lahntalschule in die prekäre Lage geraten, dass sowohl der bestehende Schulgarten als auch ein erheblicher Teil des regional-typischen Baumbestandes von den Planern des Schulträgers teils aus planerisch-ästhetischen, teils aus bau-logistischen Gründen dem Neubau der Turnhalle geopfert wurde.
Zur Sicherung und Wiederherstellung der Artenvielfalt auf dem Schulgelände mussten daher die verbleibenden Bäume erfasst werden, um das konkrete Ausmaß der Abholzung zu ermitteln und späteren Ersatz planen zu können. Die Erfassung geschah in eigenverantwortlicher und selbständiger Weise durch die Schülerinnen und Schüler der Wahlpflichtkurse "Freilandbiologie" in Form von Bestimmungstafeln. Sinnvoller Nebeneffekt hierbei war, dass diese Tafeln im Unterricht anderer Lerngruppen dann weiter verwendet werden können. Eine konkrete Neuplanung des Schulgartens selbst, wie die Freilandbiologen sie sich gewünscht hatten, war wegen nach wie vor bestehender Unklarheit über weitergehende Bauplanungen auf dem Schulgelände leider nicht möglich und wird wohl zum Projekt kommender Schuljahre werden
Das zweite Projekt ist die Fortführung der Präsenz der Lahntalschule auf den lokalen Märkten wie den beiden Lahnauer Weihnachtsmärkten und dem Wetzlarer Apfelmarkt. Diese sorgen einerseits für eine Bekanntheit der Lahntalschule setzen aber auch nach außen hin das Signal, dass an der Schule wertvolle Arbeit an unserer Umwelt, am Erhalt unserer Lebensräume und Kulturlandschaften, aber auch an Kulturtechniken wie zum Beispiel dem Verarbeiten von Gartenprodukten geleistet wird. Für die Schülerinnen und Schüler ist es sehr motivierend, selbst hergestellte Produkte wie Marmeladen, Gelees und Würzen anbieten zu können und dafür von den Marktbesuchen breite Anerkennung zu erfahren. Das Fehlen des Schulgartens und die Abholzung wertvoller Obstbaum-Altbestände stellte für die Freilandbiologen eine weitere Erschwernis dar. So waren die Schülerinnen und Schüler vielfach gezwungen, auf Obstspenden zurückzugreifen, um genügend vermarktbare Produkte herstellen zu können. Immerhin finanziert der Fachbereich Anschaffungen wie Pflanzen, Gartengeräte und dergleichen zu einem großen Teil aus den Erlösen dieser Regionalmärkte.
Raya Schmidt
Lahnau, den 22.11.10
Lahntalschule Lahnau ist Umweltschule
Zwei Projekte zur "Artenvielfalt auf dem Schulgelände" überzeugen.
Als eine von 109 Umweltschulen in Hessen, wurde die Lahntalschule in Lahnau ausgezeichnet. Die Ehrungen nahmen Kultusministerin Dorothea Henzler und Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister vor. "Die Schüler haben durch ihre Teilnahme am Programm gezeigt, dass sie ihre Schule nicht nur als reinen Ort der Wissensvermittlung sehen, sondern in erster Linie als eine Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen und sich für Werte einzusetzen", so Henzler.
Selbst in ländlichen Gegenden mit einer scheinbar intakten Natur stehen viele alteingesessene Tierarten unter dem Druck einer zunehmenden Einengung der Lebensräume. In den Mittelpunkt zweier Projekte stellten zwei Wahlpflichtkurse "Freilandbiologie" unter Anleitung von Frau Raya Schmidt daher die Erhaltung der Artenvielfalt in einem naturnahen Schulgelände.
Konkretes Ziel in der Jahrgangsstufe 8 für dieses Schuljahr war der Bau von Nistkästen, die im Schulgarten aufgehängt und in der Folge beobachtet werden können. Weitere Nistkästen sollen im nächsten Schuljahr gebaut und auf den Märkten (Apfelmarkt, Weihnachtsmärkte) verkauft werden.
Die Jahrgangsstufe 10 hatte sich die Planung und den Bau eines "Insektenhotels", einer Nisthilfe für verschiedene Wildbienen, vorgenommen.
Im Winterhalbjahr wurde mit den Planungen begonnen. Zunächst informierten sich die Achtklässler über verschiedene einheimische Vogelarten. Lebensweise und Fortpflanzung, Nahrung und Brutverhalten waren hier von Interesse. Welche Vögel ziehen in den Süden und welche Vögel sind Standvögel? Anschließend informierten sie sich über unterschiedliche Nistkästen für die verschiedenen Vogelarten. Die Zehntklässler informierten sich über die heimischen Wildbienen und deren Bedürfnisse. Bauanleitungen für Vogelnisthilfen sowie Vorschläge zur Ausstattung von Insektenhotels ließen sich bei Recherchen in Büchern sowie im Internet ebenso finden wie Informationen über verschiedene Materialien.
Nach ersten Erfahrungen mit einer Vorlage des BUND und Experimenten mit verschiedenen Holzarten wurden für den Verkauf eigene Vogel-Nistkästen entworfen und gebaut und an verschiedenen Bäumen auf dem Schulgelände aufgehängt.
Die ersten Nistkästen wurden auch nach kurzer Zeit schon bewohnt und freuten sich seitdem einiger Beliebtheit sowohl bei Vögeln als auch bei den interessierten jungen Naturkundlern.
Die Zehntklässler entschieden sich für den Bauerngarten als möglichst ungestörten Standort für ihr Insektenhotel und entwarfen das Hotel als überdachtes Regal, in welchem Holzstämme, Schilfrohre und poröse Ziegel untergebracht werden. Unter Mithilfe des Hausverwalters Herr Krämer konnten die Schülerinnen und Schüler das selbstgebaute Hotel dann in einem eigens ausgehobenen Fundament einzementieren.
Auch dieses Projekt zeigte bereits nach kurzer Zeit erste Erfolge, was man am zunehmenden Flugbetrieb verschiedenster Wildbienen beobachten konnte. Für das kommende Frühjahr ist die Erweiterung der Hotelausstattung um eine kleine Lehmwand-Fläche vorgesehen.
Rückwirkend betrachtet fanden die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte spannend und erfolgreich. Verschiedenste Konstruktionsskizzen, eine Vielzahl von Infoplakaten und Steckbriefen der neu angesiedelten Tierarten, ein Stück mehr Artenvielfalt auf dem Schulgelände und das neu aufgehängte Banner "Umweltschule" künden vom Stolz der Nachwuchs-Naturschützer und dem Lohn ihrer Mühen.
Raya Schmidt
Lahnau, den 08.11.09

Das Bild zeigt (v.links): Lehrer Kai Hofmann, Lehrerin und Projektbetreuerin Raya Schmidt, Schüler Tim Rösler, Kultusministerin Dorothea Henzler, Staatssekretär Mark Weinmeister, Schüler Leo Köster