Streitschlichter

Streitschlichter der Jahrgangsstufe 7 im Schuljahr 2009/2010

 

obere Reihe (v. l. nach r.):

untere Reihe (v. l. nach r.):

 

Wenn viele Leute auf engem Raum zusammentreffen, kommt es schon mal zu Streitigkeiten. Dies gilt auch für Schulen. Für diese Streitigkeiten gibt es verschiedene Ursachen. So werden zum Beispiel Personen ausgegrenzt, weil sie keine Markenkleidung tragen oder weil sie durch ihr Aussehen auffallen.

 

Seit 2006 werden von Frau Heike Gerth (Dipl.-Sozialarbeiterin) und Frau Regina Rolshausen (Lehrerin) an der Lahntalschule Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 – 9 als Streitschlichter ausgebildet, damit sie ihren Mitschülern beim Lösen ihrer Konflikte helfen können. Die Mitarbeit in der Streitschlichtergruppe ist freiwillig. Eine Anmeldung erfolgt immer zu Schuljahresbeginn im Rahmen des AG-Angebotes. Die AG „Streitschlichter“ findet donnerstags in der Zeit von 14.30 Uhr und 16.00 Uhr statt. Zusätzlich finden an Wochenenden Tagesveranstaltungen, wie z. B. ein „Bodyguard-Training“, statt.

 

Schülerinnen und Schüler, die gerne ein Streitschlichtungsgespräch mit zwei Streitschlichtern führen möchten, können sich in den großen Pausen bei Frau Gerth oder Frau Rolshausen melden. Natürlich können jederzeit auch alle Streitschlichter angesprochen werden. Es werden dann Termine für ein Konfliktlösungsgespräch vereinbart. Weiterhin können in den großen Pausen von den Sekretärinnen Durchsagen gemacht werden, um Streitschlichter zu rufen.

 

Die Streitschlichter arbeiten in Zweier-Teams zusammen und sind neutrale Vermittler. Weitere Grundsätze im Schlichtungsgespräch sind Vertraulichkeit und das Einhalten von Regeln, wie z. B. „Die Streitenden hören sich zu, unterbrechen sich nicht, beleidigen sich nicht und können beide ihre Sichtweise schildern“. Im Gespräch wird dann nach einer möglichen Lösung gesucht, die für beide Seiten ein Gewinn ist. Um diesem Kompromiss Ausdruck zu verleihen, setzen die Streitschlichter eine „Schlichtungsvereinbarung“ auf, die von allen Beteiligten unterschrieben wird.

 

Ein wichtiger Teil der Ausbildung ist es, das Vertrauen in der Schlichtergruppe zu stärken, denn nur wer einen guten Gruppenrückhalt bekommt, kann auch anderen helfen. Neben der Vermittlung psychologischer Grundlagen wie Konfliktanalyse, das Erkennen und Benennen von Gefühlen und das Kennen lernen von Eskalationsstufen wurden Basistechniken der Gesprächsführung wie reflektierendes Zuhören, Spiegeln und Zusammenfassen eingeübt. Es werden immer wieder Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstbehauptung durchgeführt.

 

Ein anderer Baustein ist die Wahrnehmungsschulung. Streitschlichter lernen hinzuschauen, andere Schüler auf dem Schulgelände oder im Schulhaus zu beobachten und bei Auseinandersetzungen, wenn nötig, einzugreifen. Mit ihrer Arbeit helfen die Streitschlichter den Schülern mit ihren Konflikten besser umzugehen und Lösungen zu suchen. Je früher die Schüler das lernen, desto besser.

 

Im Laufe der Jahre kann durch die Beteiligung der Schülerinnen und

 

Schüler an Konfliktlösungen eine Verbesserung der Schulatmosphäre beobachtet werden. Lehrerinnen und Lehrer werden zudem in ihrem schulischen Alltag entlastet, weil sie sich nicht mehr im gleichen zeitlichen Umfang mit Konflikten seitens der Schüler beschäftigen müssen. Die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler, die in der Streitschlichtergruppe mitarbeiten, wird kontinuierlich verbessert.

 

Es gibt aber auch Fälle, wo die Schlichter nicht helfen können oder dürfen: Wenn Streitschlichtung abgelehnt wird, bei schwerem Mobbing, bei schwerwiegenden Fällen wie Körperverletzung oder Erpressung oder wenn Erwachsene beteiligt sind.

 

Die Ausbildung und Arbeit als Streitschlichter kann sich auch in künftigen Bewerbungen positiv auswirken und wird als Ehrenamt Jugendlicher anerkannt.

Der Umgang mit Konflikten wird geübt - Eskalationen sollen verhindert werden

 

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Nachhalt         I   g

            Gesprä           C   he

Offen              H   eit

T   olerant

E   mpathie

R   egeln

Regina Rolshausen, Heike Gerth

Lahnau, den 09.09.10